AZW kooperiert mit Pflegeschule in Sarajevo

(c) Land Tirol/Graus: Eine Kooperation, die sehr viele Beteiligte freut: v.l.n.r. Ljubomir Mrkonja, BScN, Pflegedienstleitung Wohnheim Reichenau ISD; Senada Osmanovic Professorin, stv. Schuldirektorin; Univ.-Prof. Dr. Christian J. Wiedermann, Geschäftsführer der Tirol Kliniken GmbH; Azra Gec, Schulprofessorin; Dr.in Waltraud Buchberger, MSc, Direktorin für den Fachbereich Pflege am AZW; Mag. Walter Draxl, MSc, AZW-Direktor; Dr.in Jasminka Kulic, Schuldirektorin; Hazbija Babacic, Schulprofessor; Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg, Landesrat für Gesundheit und Pflege; Mag. Stefan Deflorian, Geschäftsführer der Tirol Kliniken GmbH

Nichts unversucht lassen das AZW und die tirol kliniken, um zusätzliche PflegeexpertInnen aus aller Welt nach Innsbruck zu holen. Ende des Vorjahres wurde dafür ein Kooperationsvertrag mit einer Pflegeschule in Sarajevo abgeschlossen. Ziel ist es, mehrmals pro Jahr bis zu 10 Personen gleichzeitig nach Tirol zu holen, damit diese Einblicke in das österreichische Gesundheitssystem erhalten und hier ihre pflegerische Fachexpertise einbringen. Auch das Kennenlernen der Stadt Innsbruck steht am Programm, denn Sarajevo ist auch eine der zahlreichen Partnerstädte Innsbrucks.

Genau genommen geht es um die AbsolventInnen bzw. die SchülerInnen im dritten Ausbildungsjahr der Pflegeschule „Ju Srednja Medicinska Skola Jezero“ in Sarajevo. Jährlich werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten angehende PflegeexpertInnen nach Tirol eingeladen, um hier in Einrichtungen der Langzeitpflege ein vier- bis achtwöchiges Praktikum zu absolvieren. Damit auch alle qualitativen Anforderungen der Praktikumsstellen erfüllt werden, überzeugt sich das AZW bereits im Vorfeld von den Deutschkenntnissen und den praktischen Fähigkeiten der BewerberInnen. In eigens dazu organisierten Übungsstunden können diese ihr Pflege-Know-How unter Beweis stellen. Darüber hinaus sorgen das AZW und die Praktikumsstellen auch für das leibliche Wohl der „Sarajlije“, so werden die EinwohnerInnen Sarajevos genannt. Mit kostenloser Unterkunft und Verpflegung sowie einem kleinen Taschengeld sollen sie in Tirol gut leben können. Bereits im Sommer soll es soweit sein.

Gefällt es den PraktikantInnen in Innsbruck, kann sie ihr Berufswunsch auch nach Tirol führen. Seit Anfang des Jahres stehen die Pflegeberufe nämlich auf der Liste der bundesweiten Mangelberufe. Damit ihr Beruf auch in Österreich offiziell anerkannt wird, müssen sich die PflegeexpertInnen aus Bosnien-Herzegovina allerdings einem so genannten Nostrifizierungsverfahren stellen. Auch dafür soll ihnen das Praktikum eine gute und solide Vorbereitung bieten bzw. den Erwerb ihrer Deutschkenntnisse unterstützen. „Alle Maßnahmen, die dazu beitragen, den Personalbedarf im Pflegebereich zu decken, begrüßen wir von Seiten des Landes Tirols sehr. Dazu gehören auch Partnerschaften mit ausländischen Gesundheitsberufseinrichtungen“, so Landesrat Bernhard Tilg.

Aber auch Lehrpersonen der Pflegeschule „Ju Srednja Medicinska Skola Jezero“ können von der Kooperation profitieren und bis zu einem Monat am AZW hospitieren, d.h. als Gast die Abläufe und die Unterrichte am AZW kennenlernen. Das AZW übernimmt auch im Fall der Lehrenden gerne die Unterbringungskosten im Haus.